Lyrik


Das Meer gehörte einst mir
Ahmad Rashid Thani
Aus dem Arabischen von Suleman Taufiq
Lisan Verlag, Basel 2010
Breitklappenbroschur, 120 Seiten
CHF 19, 80/EUR 13, 00

ISBN 978-3-905950-06-9

Auch hier in Khorfakkan
verbrachte ich zwei Jahre
auf der Suche nach dem Wasser der Seele
auf den Gipfeln der Berge
Meine Schritte waren voller Gras,
das Meer gehörte einst mir
Wenn meine Worte über Bäume
und Frauen sprechen,
sind sie voller Zärtlichkeit
Wenn meine Worte über Brunnen
sprechen, trinken sie

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Der Husten, der dem Lachen folgt
Adel Khozam
Aus dem Arabischen von Abdellatif Aghsain
Lisan Verlag, Basel 2010
Breitklappenbroschur, 120 Seiten
CHF 19, 80/EUR 13, 00

ISBN 978-3-905950-07-6

Die Worte spielen mit der Bedeutung
und gegen sie
Aus dem Norden fliehen drei Männer
aus dem Dreieck
Im Süden verbrennen Kinder aus Papier
Die Erde hat drei Himmelsrichtungen
Der Feigling ist ein Mann aus Kohle
Die Liebe ist eine Pfeife auf einem Festival

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Der schwarze Punkt in meiner Tasche
Lamees Faris al-Marzuqi
Aus dem Arabischen von Leslie Tramontini
Lisan Verlag, Basel 2010
Breitklappenbroschur, 72 Seiten
CHF 19, 80/EUR 13, 00

ISBN 978-3-905950-09-0

Irgendetwas ist erloschen
Nicht die Sterne über dem Glas Trauben
und auch nicht ihre roten Blüten
Irgendetwas mit dem Leben, das vor uns war,
was nicht hierher zurückkehrte, wie auch
das Leben nicht zu uns zurückkehrte
Wie kann Leere so voll sein?
Du bist ganz allein, ein scharfzüngiger Papagei
Wer schafft das schon?

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Ich tauge nicht für die Liebe
Mohammad al-Mazru’i
Aus dem Arabischen von Abdellatif Aghsain, Andreas Herdt und Stephan Milich
Lisan Verlag, Basel 2010
Breitklappenbroschur, 96 Seiten
CHF 19, 80/EUR 13, 00

ISBN 978-3-905950-08-3

Wenn du schreien möchtest,
so ist dieser Ort dafür nicht geeignet,
nicht weil der, der dir achtzig Peitschenhiebe verabreicht,
genau wie du in der Bar gewesen ist,
sondern weil einst, als Hamlet in Wallung geriet,
nachdem ihm der Geist seines Vaters erschienen war,
ihm seine Vergehen nichts genützt haben, um an irgendeine Art von Ordnung zu glauben.

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Damit ich abreisen kann
Joumana Haddad
Aus dem Arabischen von Suleman Taufiq
Lisan Verlag, Basel 2006
Taschenbuch 64 Seiten
CHF 16, 00/EUR 10, 00
ISBN 978-3-9522952-3-6

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Damit ich abreisen kann Joumana Haadad

Die Libanesin Joumana Haddad gehört zu der Generation junger Dichterinnen, die sich tradierten Formen der arabischen Poesie und Stilkunst widersetzen und sich einer aktuellen Sprache bedienen. Mit Damit ich abreisen kann liegt erstmals eine Gedichtesammlung der Autorin in deutscher Übersetzung vor. Haddads Interesse gilt den verschiedenen Facetten weiblichen Begehrens. Mit gebrochenem Pathos und Ironie führt sie den Leser durch ihre Gedanken- und Empfindungswelt.




Dinge, die andere nicht sehen
20 Lyrikerinnen aus dem arabischen Raum
Eine Anthologie
Ausgewählt und übertragen von Suleman Taufiq
Lisan Verlag, Basel 2006
Taschenbuch 112 Seiten
CHF 21, 00/EUR 14, 00
ISBN 978-3-9522952-5-0


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Lyrikerinnenanthologie

Die hier erstmals ins Deutsche übersetzten Gedichte von jungen Lyrikerinnen aus dem arabischen Raum eröffnen einen Einblick in das vielseitige Schaffen einer neuen Frauengeneration. Während viele arabische Dichter noch immer am Sprachduktus des achten Jahrhunderts Gefallen finden, haben sich ihre arabischen Kolleginnen von den Konventionen gelöst. Mit neuartigen Sprachschöpfungen zeigen sie, dass sie mit den tradierten Stilformen nicht mehr das ausdrücken können, was sie in der Gegenwart erfahren. Darüber hinaus brechen sie nicht nur die gängigen Normen der Stilkunst, sondern widmen sich auch inhaltlich bisher unbeschrittenem Neuland.

 

Ich werde die Dinge bei ihrem Namen nennen
Rachid al-Daïf
Ausgewählt, ins Deutsche übersetzt und mit einem Vorwort von Leslie Tramontini.
Lisan Verlag, Basel 2008
96 Seiten
CHF 18, 00/EUR 12, 00
ISBN 978-3-9523370-0-4
escheint im April 2008
Ich werde die Dinge bei ihrem Namen nennen

Rachid al-Daïfs Prosadichtung

Auch wenn auf seiner Homepage wenig auf sein poetisches Schaffen hindeutet und seine Gedichtbände nur kommentarlos aufgelistet sind, so zeigt doch die Neuauflage seiner »poetischen Werke« in einem Band (Beirut 2007), dass Daïf diese als prägend und bestimmend für sein weiteres Schreiben anerkennt. Denn seine Romane können durchaus als formale Fortführung der in der Dichtung bereits sichtbaren Experimente mit der Sprache, die den neuen Bedürfnissen angepasst werden muss, gelesen werden. Seine Gedichte, die – wie er selbst sagt – eher Meditationen und Reflexionen sind und in Form kurzer, zum Teil extrem kurzer, Statements gegossen sind, zeichnen sich durch dieselbe lakonische Ironie aus, die auch seine Romane durchzieht. Aber in Form dieser kurzen prägnanten Texte erhalten seine Einsichten in die Unvermeidlichkeit, Dinge bei ihrem Namen zu nennen und das Entsetzliche des Bürgerkriegs zu artikulieren, formulieren, und letztendlich sich selbst gegenüber einzugestehen, eine neue Dringlichkeit, die jedem Leser das Gefühl vermittelt, den Menschen Daïf ganz authentisch sprechen zu hören. Sein Gefühl, in einer zersplitterten Gesellschaft zu leben und in einer Heimat, die sich in ihre Bestandteile aufzulösen scheint, überträgt sich hautnah auf den Leser; die Bedrohung, die er – vor allem in seinem ersten Gedichtband – empfindet, ist eine existenzielle. Es sind die kleinen, alltäglichen Dinge, die – vor allem in Kriegszeiten – Normalität und Sicherheit suggerieren und Hoffnung in sich bergen: »Wenn es zum ersten Mal nach dem Sommer regnet, wird meine Seele ruhig angesichts der Ordnung der Jahreszeiten.«

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