Usama Ad-Dinasouri


Sentimentalität

Du solltest in meinen Armen sterben,
so hatten wir es abgemacht.
Was mache ich jetzt mit dem Valium –
ich habe doch eine ganze Packung für dich gekauft!
Soll ich sie etwa selbst schlucken?

Du hast dich so schnell verändert,
plötzlich hast du am Leben gehangen,
ausgerechnet
am Leben!

Ist es denn nicht ein bedrückender dunkler Tunnel,
eine endlose Reise, labyrinthisch und voller Qual?

Was mach ich jetzt
mit dem Gedicht, das ich geschrieben habe, um dich zu betrauern?

Willst du mich verspotten?
Das werde ich dir nie verzeihen!

Was nun?
Ich hatte doch mein zukünftiges Leben schon geplant.

Mein Leben,
das du mit einem einzigen törichten Schlag vernichtet hast.

Ich war dabei, meine Beziehung zum Blumenhändler
auszubauen, damit er mir die schönsten
Blumen gibt zum besten Preis.

Jede Woche hätte ich dein Grab besucht,
in meiner Hand die wundervoll blühende Gabe.

Mein Herz wird von jetzt an jedes Mal heftig schlagen,
wenn ich an der Salah-Salem-Straße vorbeikomme,
und eine tiefe Sehnsucht wird mich nach Bassatin ziehen,
wo das Familiengrab liegt.

Und die Bars:
Ja...
Ich hatte schon eine ruhige, altmodische Bar gefunden,
mit hohen Fenstern
und heller Holzvertäfelung.
Jeden Abend wollte ich hingehen,
hatte sogar schon einen versteckten Tisch ausgewählt.
Dort hätte ich die Tage verbracht,
die mir noch verblieben wären,
trinkend ... rauchend ... weinend.
Und die jungen Dichter hätten
auf mich gedeutet:
„Da sitzt er, der einsame, trostlose Sentimentale.“

Du Feigling,
du hast alles verdorben.

Aus dem Arabischen von Magdi Gohary und Christine von dem Knesebeck

zurück