Der tunesische Filmemacher Nouri Bouzid gewinnt den Ibn-Rushd-Preis für Freies Denken

Am 30. November 2007 wurde in Berlin der renommierte Ibn-Rushd-Preis zum neunten Mal verliehen, und ging dieses Mal an den tunesischen Filmemacher Nouri Bouzid. Bouzid erhielt den Preis für seine mutige und gegen Unrecht sensibilisierende Filmarbeit, die zu einem kritischen Denken in der arabischen Gesellschaft beitragen soll.

Ganz im Geiste des Namenspatrons Ibn Rushd (1126-1198), des Philosophen und Vermittlers zwischen den Kulturen, widmet sich der Ibn Rushd Fund dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Demokratie in der arabischen Welt. Das Schwerpunktthema ist jedes Jahr unterschiedlich. Bisher sind Preise in den Bereichen Journalismus, Frauenrechte, Kritisches Denken, Politik, Philosophie, Literatur, Islamreform und Menschenrechte vergeben worden.

Nouri Bouzid (*1945) gehört zu den erfolgreichsten Regisseuren im arabischen Raum. Aufgewachsen in der Hafen- und Industriestadt Sfax, geht er 1986 nach Brüssel, um dort am Institut National Supérieur des Arts du Spectacle (INSAS) zu studieren. 1972 kehrt er schließlich in die Heimat zurück. Weil er sich einer oppositionellen politischen Gruppierung anschließt, sperrt ihn die Regierung Habib Bourguiba für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Erfahrung von Erniedrigung und Folter wird die weiteren Arbeiten des eher schmächtigen jungen Bouzid in Zukunft prägen.

Neben seiner Arbeit als Filmregisseur und Filmbuchautor ist Nouri Bouzid auch Dialektdichter. Von ihm erschienen mehrere Gedichtsammlungen (wie Al-Bahhara (Die Seemänner) - und Sinners). Auch die Liedertexte für zahlreiche Filme stammen von ihm.
1992 erhielt er den Chevalier des Arts et Lettres und1998 am Nationaltag für Kultur den tunesischen Filmpreis.

Kurzbiographie des Preisträgers, des Laudators und der fünfköpfigen Jury sowie die Volltexte der Reden, Fotos und Informationen zu den bisherigen Preisverleihungen sind auf der Webseite des Ibn Rushd Funds zu finden: www.ibn-rushd.org

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