Dass ich auf meine Art lebe, Fatma al-Mazru’i


Dass ich auf meine Art lebe

Ich habe ein großes Haus mit vielen Zimmern
und Träume, die durch die zerrissenen Bücher tänzeln
einen leuchtend bunten Hasen
und eine leise sich drehende Spieluhr
Doch niemand fragte mich je nach meiner Trauer und Not
Nach alledem werde ich nichts mehr mögen
die großen Häuser nicht – nicht das hellblaue Kleid meiner Schwester
nicht Großmutters ausgetretene Schuhe …
Weder Geschichte noch Geographie noch Mathematik
Lieben dagegen werde ich den Zigeunertanz …
und glatt polierte Fliesen …
auf dass die Welt groß erscheint – und weit wie ein Kuss

Ich will in meinem Zimmer
ein Heimatland schaffen
mit einem Garten darin und bunten Blumen
Denn seit mich meine Mutter gebar eines Abends im kleinen Zimmer
kenne ich nur die vier Ecken vor meinen Augen

Großvaters Asche will ich zerstreuen
und zur streunenden Katze werden
die an den Holzwänden kratzt, wie sie will …
um zu feiern, dass ich auf meine Art lebe

Rechnen und an den Fingern abzählen können will ich nicht
auch kein Rouge
und keinen dicken Stift, um wohlgesetzte Worte zu schreiben
Ich will so bleiben:
mit rundem Gesicht wie eine Tomate von tausend Kilo.

Aus dem Arabischen von Christine Battermann