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LISAN 12 Herbst 2011
160 Seiten
ISBN 978-3-905950-12-0


LISAN Nr. 12 - Literatur aus Saudi-Arabien
Ab 1930 ist der saudi-arabische Roman mit dem damals langsamen, ruhigen Rhythmus ein Abbild der ortsgebundenen einheimischen Realität. Ohne sich tiefgründig mit gesellschaftlichen Phänomenen und allgemeinen Problemen zu befassen, ging er über das flüchtige Antasten nicht hinaus. Mit dem Erwachen der gebildeten Mittelschicht Ende der 1980er Jahre entstand ein Literaturtrend, den man als »modernistisch« bezeichnen könnte. Dieser war jedoch kaum greifbar und sein Einfluss schwierig zu bemessen, weil es Restriktionen seitens der Presse und Verlage gegeben hatte. Hinzu kam die Dominanz des islamischen Erwachens in der kulturellen Bewegung. So können wir sagen, dass die erwähnte moderne Bewusstseinsbewegung im Keim erstickte. Nur einige wenige Namen sind geblieben wie Raja Alem und Abdo Khal. Diese moderne Bewusstseinsbewegung sollte erst wieder nach dem Zweiten Golfkrieg in Erscheinung treten, als dieser die saudische Gesellschaft und die gesamte arabische Welt grundlegend erschütterte und in Angst versetzte. Der Golfkrieg weckte bei einigen Intellektuellen den Wunsch, über alles nachzudenken, Fragen zu stellen, Fehler bloßzulegen und nach neuen Lösungen zu suchen. Einer dieser Intellektuellen ist Ghazi al-Gosaibi, von dem einige Kritiker meinen, dass durch seinen 1994 erschienenen Roman »Shaqqat alhurriyya« (Engl. »An Apartment Called Freedom«) eine neue Phase saudischer Erzählliteratur begonnen habe. Auch Turki al-Hamads Triologie »Gespenster der verlassenen Gassen« hatte eine enorme Wirkung auf die junge Autorengeneration. Die Werke beider Autoren zeichnen sich durch einen ausgeprägten Enthüllungsdrang aus, den die saudi-arabische Gesellschaft in den 1990er Jahren nicht gewohnt war und die deshalb im eigenen Land verboten waren. Beiruter Verlage sprangen in die Lücke und erzielten damit hohe Verkaufsauflagen.
Indessen fanden die Technologien der Globalisierung breite Nutzung. Das Internet spielte eine maßgebende Rolle bei der Herausgabe und beim Vertrieb der Bücher außerhalb der Reichweite der Macht des Zensors. Von Tag zu Tag wuchs die Zahl der Star-Schriftsteller in der Welt der Internet-Publikationen. Nach dem 11. September interessierten sich arabische und westliche Verleger insbesondere für die Meinung der Gesellschaft zu diesem tragischen Ereignis, für die Schuldfrage und für Saudi-Arabien, das vor dem 11. September extrem isoliert war und heute die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht. In diesem Kontext entstanden viele neue Werke. Mit deren Verbreitung und der zunehmenden Bewunderung, die man für den Mut und die Aufrichtigkeit ihrer Autoren empfand, war die Zeit gekommen, dass auch bisher zögerliche Autoren früherer Generationen den Mut fassten, ans Licht zu treten.
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Lisan 11 Frühling 2011
148 Seiten
ISBN 978-3-905950-11-3


LISAN Nr. 11 - Der historische arabische Roman
Autoren schreiben, was Historiker nicht zu schreiben wagen. Sie interessieren sich für das persönliche Detail, schreiben vom bewegten Leben der Menschen, die Zeugen großer historischer Veränderungen sind, jene Veränderungen wiederum, mit denen sich Historiker auseinandersetzen. In LISAN 11 findet der Leser verschiedene Herangehensweisen an die Vergangenheit – moderne Literaten, die sich der Maske bedienen, und solche, die Geschichte deuten.
Aus aktuellem Anlass werden in diesem Heft zudem »Zeitzeugenberichte« über die jüngsten Aufstände in der arabischen Welt veröffentlicht. Diese Autoren schreiben nicht, um sich hinter der Geschichtsmaske zu verstecken, auch nicht, um die Ereignisse zu analysieren und verstehen, sondern sie schreiben, um die zukünftige Geschichte mitzubestimmen!

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Lisan 10 Herbst 2010
152 Seiten
ISBN 978-3-905950-01-4


LISAN Nr. 10 - »In kerzengleicher Liebe ...« Briefe und Briefwechsel
Irgendwo habe ich einmal gelesen: Jahrhunderte bevor man das Schreiben erfand, schickte eine junge Frau einen Brief an einen Mann. Er bestand aus »einem Büschel Teezweige, trocknem Gras, einem roten Apfel, einer vertrockneten Aprikose, einem Stück Kohle, einer Rose, einem Stück Zucker, einem Kieselstein, einer Falkenfeder und einer Walnuss«.
Übersetzt sagte der Brief Folgendes aus: Ich möchte meinen Tee nicht mehr alleine trinken. Ohne dich bin ich farblos wie trockenes Gras. Mein Gesicht errötet wie ein Apfel, wenn ich an dich denke. Mein Herz glüht wie Kohle. Du bist so schön wie eine Rose und so süß wie ein Stück Zucker. Warum nur ist dein Herz so hart wie Stein? Wenn ich Flügel hätte, würde ich zu dir fliegen. Ich bin – wie eine Walnuss in deiner Hand – dein.
Heute glaubt man, dass das Zeitalter der Briefe vorbei ist. Es gibt viele Gründe für den Rückgang des Briefeschreibens, die meisten davon gehen auf die technischen Errungenschaften der Zivilisation zurück wie das Telefon und Internet. Niemand wird bestreiten, dass die elektronischen Medien unser gemeinsames Kommunikationsmittel sind, welche große Distanzen überwinden und Entferntes näher bringen. Trotzdem geht von den Briefen stets ein besonderer Zauber aus, auch wenn sie als sms geschrieben sind.
Einmalig veröffentlichen wir in dieser Ausgabe zwei Textausschnitte aus der entfernten Vergangenheit: einen Auszug aus dem wissenschaftlichen Briefwechsel zwischen al-Biruni und Avicenna aus dem Jahr 998 sowie einen Auszug aus dem Sendschreiben »Buch der Geizhälse« von al-Dschahiz (776-868/69). Damit möchten wir – wenn auch nur andeutungsweise – zeigen, wie die Briefkultur schon damals rege betrieben wurde und ein unendlich weites Feld bietet, welches wir hier jedoch nicht in angemessener Tiefe behandeln und nur streifen können.

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Lisan 9 Frühjahr 2010
160 Seiten
ISBN 978-3-905950-00-7


LISAN Nr. 9 - Palästina – der Alltag
Auffallend sind die Kürze und Prägnanz dieser Texte, die sich durch sprachliche Zurückhaltung und Genauigkeit auszeichnen. Kein Wort zuviel, kein schmuckes Beiwerk, keine Beschreibungsprosa. Die meisten Erzählungen enden offen. Lakonie und viel Sinn für die Absurditäten des palästinensischen Alltags kennzeichnen diese Literatur. Das Pathos und die Parolen der dezidiert politisch engagierten Widerstandsliteratur der 1960er und 1970er Jahre sind den heutigen Autoren eher fremd. Auch wenn diese sich mit leiseren Tönen dem Schicksal der Palästinenser zuwenden, ist ihre Wut auf die Verhältnisse doch nicht weniger groß.
Mit den Autoren: Kauthar Abu Hani, Suad Amiry, Asmaa’ Azaiza, Liana Badr, Mahmud Darwisch, Najwan Darwish, Ala Hlehel, Ziad Khaddash, Marwan Makhoul, Zakaria Mohammed, Akram Musallam, Adania Shibli, Mahmoud Shukair, Somaya El Sousi Dalia Taha, Farouk Wadi und Ghassan Zaqtan.
Ferner sind in diesem Schwerpunkt ein Gespräch mit Liana Badr, literaturkritische Studien von Stephan Milich und Andreas Pflitsch sowie einen Artikel von May Telmissany über das palästinensische Kino der Diaspora zu lesen.

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Lisan 8 Herbst 2009
184 Seiten
ISBN 978-3-9523370-4-2


LISAN Nr. 8
LISAN 8 entstand in Zusammenarbeit mit dem internationalen literaturfestival berlin 2009 und stellt eine reichhaltige Textsammlung vor, quer durch die aktuelle arabische Literatur.
Beinahe alle die zum »Fokus Arabische Welt« eingeladenen Schriftsteller konnten wir in dieser Ausgabe berücksichtigen und sie in Text und Bild vorstellen:
Eine Gruppe hier noch unbekannter junger Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus dem arabischen Raum: Raja Alem, Ali Bader, Youssef Bazzi, Alaa Hlehel, Youssef al-Muhaimeed, Arwa Abduh Othman, Dalia Taha und Samar Yazbek.
Oder in der arabischen Welt anerkannte Autoren wie Youssouf Amine Elalamy, Abed Ismael, Ali al-Muqri, Taleb al-Refai und Mahmud Shukair, darunter auch Gewinner des Arabic Booker Prize: Khaled Khalifa, Mekkawi Said und Youssef Ziedan.
Nicht zuletzt auch Autorinnen und Autoren, die unseren Lesern aus früheren LISAN-Ausgaben bereits bekannt sein dürften, wie Yassin Adnan, Mansura Ezz Eldin, Nujoum al-Ghanim, Joumana Haddad, Randa Jarrar, Fatima Naoot, Samuel Shimon und Alawiyya Sobh.

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Lisan 7 Frühjahr 2009
186 Seiten
ISBN 978-3-9523370-3-5


LISAN Nr. 7
Die Beziehungen zwischen den USA und der arabischen Welt gehören ohne Zweifel zu den schwierigsten zwischen den Nationen, begründet in den historisch gewachsenen und sehr »verworrenen« postkolonialen Abhängigkeiten und geopolitischen Entwicklungen. LISAN 7 widmet sich den unterschiedlichen Bildern und Vorstellungen von Amerika, wie sie sich in der arabischen Literatur und auch insbesondere in der arabischen Reiseliteratur darstellen.

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Lisan 6 Herbst 2008
144 Seiten
ISBN 978-3-9523370-2-8


LISAN Nr. 6
Zum ersten Mal liegt mit LISAN 6 ein Querschnitt durch das emiratische Literaturschaffen in deutscher Sprache vor. In den Vereinigten Arabischen Emiraten – hierzulande für ihren weltweiten Kulturimport bekannt – hat sich seit den 1970er Jahren eine eigene literarische Szene entwickelt, die sich vor allem durch Lyrik und seit den 1980er Jahren auch durch Kurzgeschichten auszeichnet. Die Autoren sind – abgesehen von einigen Ausnahmen – im Westen und sogar in den übrigen arabischen Ländern unbekannt geblieben. Sie dokumentieren in ihren Texten den Wandel von einer traditionellen Gesellschaft mit klar umrissenen Sitten und Gebräuchen hin zu einer Gesellschaft mit komplexen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen und stoßen in ihrer Heimat damit nicht nur auf Anerkennung.
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Lisan 5 Frühjahr 2008
160 Seiten
ISBN 978-3-9522952-9-8


LISAN Nr. 5
Der langjährige Kontakt mit der englischen Sprache führt zahlreiche arabische Autorinnen und Autoren, die in Großbritannien oder den USA leben, dazu, sich des Englischen als Erzählsprache zu bedienen. Im Schwerpunkt von Lisan 5 werden einige dieser Autorinnen und Autoren und deren Werke vorgestellt. Die Verortung dieser Literatur ist vielfältig. Bevorzugte Themen sind die komplexen Situationen in den Heimatländern, deren koloniale Vergangenheit sowie die Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit von Identität, die eine Migration zwangsläufig auslöst. Dabei gilt das Konzept einer Literatur mit nationaler Identität mehr und mehr als überholt und die Entwicklung zeigt in Richtung eines transnationalen und transkulturellen Verständnisses.
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Lisan 4 Herbst 2007
176 Seiten
ISBN 978-3-9522952-8-1


LISAN Nr. 4
In der Schweiz leben und arbeiten, uns zum großen Teil unbekannt, zahlreiche arabische Autorinnen und Autoren. Lisan 4 widmet diesen Literaten und ihren Texten ein eigenes Heft. Ein Teil der Autoren schreibt bevorzugt in arabischer ein anderer Teil in französischer Sprache. Der Schwerpunkt des literarischen Interesses ist bei diesen Migrantenautoren sehr unterschiedlich. Einige flechten das Gastland Schweiz von Anfang an in ihre Romanhandlung ein, der größere Teil jedoch klammert die Schweiz aus ihren Werken aus. Dabei stehen ihre Migrationserfahrungen nicht im Vordergrund sondern eher globale Themen oder solche, die sich mit der zurückgelassenen Heimat befassen. Eine Ausgabe der Entdeckungen.
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Lisan 3 Frühjahr 2007
176 Seiten
ISBN 978-3-9522952-7-4


LISAN Nr. 3
Literatur aus dem Libanon bildet den Schwerpunkt in Lisan 3. Über 20 Lyriker und Romanautoren kommen zu Wort, dazu werden Gespräche mit Alawiyya Subh und Huda Barakat, ein Selbstporträt von Hala Kautharani, Reflexionen von Chawqi Bazih und Rayelle Niemann sowie literaturkritische Beiträge zu den Topoi Krieg und Identität von Barbara Winckler und Andreas Pflitsch veröffentlicht. Mit Manar Omar werfen wir einen Blick nach Lateinamerika auf die dortige Literatur libanesischstämmiger Autoren.
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Lisan 2 Herbst 2006
176 Seiten
ISBN 978-3-9522952-6-7


LISAN Nr. 2
Lisan 2 mit Themenschwerpunkt Kairo in der Literatur führt den Leser in die ägyptische Millionen-Metropole. Dem Nachruf zum Tod von Nagib Machfus folgt ein Gespräch mit dem ägyptischen Romanautor Khairi Schalabi. Über die Stadt Kairo, ihre Bürgersteige und Stadtteile in der ägyptischen und deutschen zeitgenössischen Literatur, erzählen diverse Beiträge meist ägyptischer Autoren und Literaturkritiker. Abschließend porträtiert der ägyptische Journalist Sayyed Mahmud den ungewöhnlichen Werdegang des bekannten Verlegers Madbuli.
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Lisan 1 Frühjahr 2006
128 Seiten
ISBN 978-3-9522952-4-3
LISAN Nr. 1
In der ersten Ausgabe von Lisan werden zwei der wichtigsten ägyptischen Autoren der Gegenwart vorgestellt, der politisch engagierte Romanautor Gamil Atiya Ibrahim sowie Mustafa Zikri, ein junger Geist aus den Reihen der Asphalt-Rowdies der Metropole Kairo. Für den restlichen Teil des Hefts bereichert eine Vielfalt an kürzeren Prosatexten und Gedichten die Lektüre. Literaturvergleichende Studien und Kurzberichte aus Kultur und Gesellschaft schließen diese Nummer ab.
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